Die lange Geschichte des Nobelpreises
Alfred Bernhard Nobel (1833 – 1896) war ein schwedischer Großindustrieller, der sein Vermögen vor allem mit der Entwicklung und Produktion von Ballistit, einer Sprengelatine für Geschütze, als Ersatz für das bis dahin eingesetzte und unzuverlässig zündende Schwarzpulver gewann. In seinem Testament legte Alfred Nobel fest, dass mit den Zinsen aus seinem seinem hinterlassen Vermögen eine Stiftung gebildet werden solle, um einen Preis zu verteilen an Menschen, „die im vergangenen Jahr der Menschheit den größten Nutzen erbracht haben“. Gleichermaßen legte Nobel in seinem Testament die zu vergebenden Kategorien fest: „einen Teil an denjenigen, der auf dem Gebiet der Physik die bedeutendste Entdeckung oder Erfindung gemacht hat“, desweiteren für die Fächer Chemie, Physiologie oder Medizin, und „an denjenigen, der in der Literatur das Herausragenste in idealistischer Richtung produziert hat, und an denjenigen, der am meisten oder am besten auf die Verbrüderung der Völker und die Abschaffung oder Verminderung stehender Heere sowie das Abhalten oder die Förderung von Friedenskongressen hingewirkt hat.“
Über die Motivation, weshalb Nobel einen Großteil seines beträchtlichen Erbes zur Preisverleihung stiftete, gibt es unterschiedliche Meinungen. Seine Kritiker unterstellen ihm ein schlechtes Gewissen, weil er sein Vermögen als Rüstungsindustrieller mehren konnte. Seine Befürworter betonen, dass er das von ihm erfundene Ballistit nicht als Produkt für den Einsatz im Krieg hergestellt und alle seine weiteren Erfindungen zumindest nicht zu seinen Lebzeiten als tödliche Waffe verwendet wurden.
Insbesondere die Vergabe des Friedensnobelpreises entwickelt sich immer mehr zum weltweiten Politikum durch die Auszeichnung von Menschen, die sich für die Demokratie einsetzen und gleichsam von den Regierungen des kritisierten Landes traditionell ignoriert, boykottiert oder gar aktiv durch Sanktionen des Preisträgers bis zur Gefängnisstrafe belegt wurden. Die prominentesten Beispiele hierfür waren bisher Martin Luther King, Andrei Dmitrijewitsch Sacharow, Desmond Tutu, Lech Walesa, Nelson Mandela und Liu Xiaobo.